Ein Briefing für den Grafiker eines Messestands erstellen

1. Messeziel klar definieren

Zu Beginn festlegen, was der Stand erreichen soll:

  • Neukunden gewinnen
  • Leads sammeln
  • Markenaufbau
  • Produkte vorstellen
  • Recruiting
  • Termine führen

Das beeinflusst Gestaltung und Botschaften.

2. Zielgruppe beschreiben

Wer besucht den Stand?

  • Entscheider
  • Einkäufer
  • Ingenieure
  • Endkunden
  • Architekten
  • Wiederverkäufer

Die Ansprache bestimmt Bildwelt und Tonalität.

3. Standgröße und Standtyp angeben

Dem Grafiker immer einen technischen Rahmen liefern:

  • Maße
  • offene Seiten
  • Hallensituation
  • Eckstand, Reihenstand, Inselstand

Beispiel:
„3×4 m Eckstand, zwei offene Seiten.“

4. Technische Zeichnungen bereitstellen

Grundrisse, Ansichten und Maße der mobilen Messesysteme mitschicken.

Wichtig:
Exakte Grafikflächen statt Schätzungen.

5. Corporate Design vollständig übergeben

Alle vorhandenen CD-Unterlagen bündeln:

  • Brand Guide
  • Logo-Dateien
  • Farbwerte
  • Typografie
  • Gestaltungsraster
  • Bildsprache

Keine Interpretation dem Zufall überlassen.

6. Primäre Markenbotschaft formulieren

In einem Satz erklären:

„Was sollen Besucher sofort verstehen?“

Beispiel:
„Wir liefern nachhaltige Großformatdrucklösungen für Retail und Messebau.“

7. Maximal drei Kernbotschaften definieren

Nicht 20 Aussagen auf einer Wand.

Besser:

  1. Hauptnutzen
  2. Differenzierung
  3. Call-to-Action

8. Pflichtinhalte auflisten

Was muss zwingend drauf?

  • Logo
  • Claim
  • Website
  • QR-Code
  • Produktgruppen
  • Zertifikate
  • Ansprechpartner

9. No-Go’s benennen

Was darf der Grafiker nicht machen?

  • keine Stockbilder
  • keine Farbabweichungen
  • keine kleinen Texte
  • keine fremde Bildsprache
  • keine Überladung

10. Vorhandene Assets liefern

Sofort mitsenden:

  • Logos (Vektor)
  • Bilder in hoher Auflösung
  • Icons
  • Key Visuals
  • Produktbilder
  • Texte

Fehlende Assets verursachen Verzögerung.

11. Standzonen erklären

Grafik je Fläche definieren:

Zum Beispiel:

  • Rückwand = Hauptbotschaft
  • Seite links = Produkte
  • Counter = Kontakt
  • Monitorbereich = Referenzen

12. Betrachtungsdistanz berücksichtigen

Dem Grafiker sagen:
Großformat = Fernwirkung.

Faustregel:
„Lesbar aus 3–5 Metern.“

13. Priorität der Inhalte festlegen

Was muss zuerst gesehen werden?

Reihenfolge:

  1. Marke
  2. Nutzenversprechen
  3. Produkt
  4. Kontakt

14. Wettbewerber als Referenz nennen

Positiv oder negativ.

Zum Beispiel:
„Bitte hochwertiger und cleaner als Wettbewerber X.“

Hilft enorm bei Erwartungsmanagement.

15. Moodboard oder Stilreferenzen schicken

Beispiele zeigen:

  • modern
  • technisch
  • premium
  • reduziert
  • emotional
  • industriell

Bilder erklären oft mehr als Text.

16. Materialität des Standes erklären

Der Grafiker muss wissen:

  • Stoffgrafik
  • Textilspannrahmen
  • PVC-Banner
  • Forex
  • Leuchtkasten
  • Backlit

Material beeinflusst Farbwirkung.

17. Drucktechnische Anforderungen definieren

Bereits im Briefing nennen:

  • Maßstab
  • Beschnitt
  • Farbprofil
  • PDF/X
  • Sicherheitsabstände
  • Textabstände

18. Deliverables klar festlegen

Welche Dateien werden erwartet?

Zum Beispiel:

  • offene Arbeitsdaten
  • druckfähige PDFs
  • Exportversionen
  • Social-Media-Mockups
  • Visualisierung des Standes

19. Zeitplan festlegen

Klare Deadlines:

  • Erstentwurf
  • Korrekturschleifen
  • Freigabe
  • Druckdatenabgabe

Ohne Terminplan eskaliert fast jedes Projekt.

20. Ein gutes Kreativbriefing formulieren

Zum Schluss eine kurze Zusammenfassung:

Projekt: Messestand für XYZ Messe
Ziel: Neukunden im B2B gewinnen
Look & Feel: modern, hochwertig, technisch, clean
Muss drauf: Logo, Claim, Website, Kernprodukte
Nicht gewünscht: überladene Grafik, kleine Texte
Wichtig: Fernwirkung auf 5 m, CD-konform, modulare Wiederverwendung

Ein guter Satz für den Grafiker ist:

„Bitte keine Broschüre auf Wänden – wir brauchen Fernwirkung und schnelle Verständlichkeit.“

 

Das spart später meist 50 % der Korrekturschleifen.